Bericht aus der Zeitschrift DenkmalSANIERUNG 2025/2026
In der malerischen Stadt Neckarsteinach, bekannt für ihre historische Architektur und idyllische Lage am Neckar, wurde ein bemerkenswertes Revitalisierungsprojekt umgesetzt. Im Mittelpunkt steht ein denkmalgeschütztes Einfamilienhaus aus dem Jahr 1905, das über Jahre hinweg leer stand und in einem stark sanierungs-bedürftigen Zustand war.
Die Umsetzung erfolgte durch die Bauherrschaft mit in nahezu 80% Eigenleistung, das Denkmalsanierungskonzept gilt als Grundlage.
Die Begleitung des Projekts erfolgte durch unser Büro renovatio architectura, welches die Familie von der ersten Begehung und Bestandsaufnahme bis zur finalen Umsetzung unterstützte. Zu Beginn wurde eine detaillierte Bestandsaufnahme des Gebäudes durchgeführt, um den Zustand der Substanz zu erfassen und die notwendigen Maßnahmen zu planen. In enger Zusammenarbeit mit der zuständigen Behörde und der Bauherrschaft wurde ein Denkmalsanierungskonzept erarbeitet, welches die Erhaltung der historischen Elemente des Gebäudes in den Vordergrund stellte. Ein bemerkenswerter Aspekt dieses Projekts ist der hohe Eigenleistungsanteil der Bauherrschaft sowie von Freunden und Familie, der bei etwa 80 % lag. Auch beim Verlegen der Innendämmung konnten die Bauherren Hand anlegen. Der folgende Abschnitt zeigt, wie der Planungsprozess für die Innendämmung bei diesem Projekt geradezu idealtypisch ablief.







Fazit
Das Sanierungsprojekt des Einfamilienhauses in Neckarsteinach zeigt eindrucksvoll, wie sich unterschiedliche Materialien,bauphysikalische Anforderungen und denkmal-pflegerische Auflagen in einem sensibel durchdachten Konzept vereinen lassen. Im Zentrum stand die Herausforderung, mit einer wir kungsvollen Innendämmung auf die durchfeuchtete Bausubstanz zu reagieren, ohne dabei den historischen Charakter des Gebäudes zu gefährden. Die Sensibilisierung für das Thema Innendämmung war seitens des betreuenden Büros von Anfang an sehr hoch. Dennoch blieben der Bauherrschaft, insbesondere aufgrund der strengen Vorgaben der Denkmal-schutzbehörde, nur wenige alternative Lösungswege offen. Das Ergebnis ist ein durchgängig diffusionsoffener Wandaufbau, der in allen Zonen des Gebäudes umgesetzt wurde. Die Kombination aus kompakter Holzweichfaserplatte im massiven
Mauerwerksbereich und Hanf-Lehmschüttungen in den sensiblen Fachwerkbereichen dokumentiert nicht nur den hohen Anspruch an Materialverträglichkeit und Bauphysik, sondern auch das intensive Auseinandersetzen der Bauherrschaft mit der Thematik. Trotz spürbarem Verlust an Raumfläche war die Entscheidung für dieses Dämmkonzept ein bewusster Schritt in Richtung nachhaltiger und denkmalgerechter Gebäudes anierung. Das Projekt unterstreicht, dass unter Einhaltung technischer und gestalterischer Vorgaben auch bei komplexen Altbauten eine zukunftsfähige und energieeffiziente Lösung gefunden werden kann – im Spannungsfeld zwischen Geschichte und Gegenwart.